WAZ Recklinghausen 25.06.2012

WAZ Recklinghausen 25.06.2012

 

Eine Mensa, fast so cool wie eine Bar

Architektin zeigt Finessen des stützenfreien Anbaus am Theodor-Heuss-Gymnasium

 Von Oliver Mengedoht – WAZ vom 25. Juni 2012

 

Recklinghausen. „Mensen gibt es inzwischen etliche, aber hier haben wir etwas anderes gemacht“, sagt Architektin Annette Sauer-Scholta. Normalerweise hat sie ihr Büro an der Kellerstraße, aber zum „Tag der Architektur“ ist sie für Neugierige am Theodor-Heuss-Gymnasium anzutreffen. Dort nämlich wurde an die vorhandene Pausenhalle, die im Zuge der Erweiterungsmaßnahme eine Aufwertung durch großflächige Verglasungen zum Pausen- und Innenhof erhalten hat, die Mensa mit Küche und Ausgabe als kubistischer, stützenfreier Baukörper angebaut. „Für mich ist die Architektur eine Hülle, und was sich drinnen abspielt, etwas anderes“, erläuterte Sauer-Scholta den Interessierten.

So sollte der neue Raum auch mehr sein als nur eine Mensa. Der Raum dient nicht nur dem Essen für die 749 Gymnasiasten, sondern auch den Pausen, Freistunden oder anderen Veranstaltungen. Darum sind Beamer, TV und sechs Internet-Plätze integriert, „es herrscht nicht so eine sterile Atmosphäre“. Bewusst wurden keine Schulmöbel angeschafft, es erinnert mehr an eine moderne Bar. „Und wir haben einen Industrieboden ausgewählt“, so Sauer-Scholta, „eher cool, nicht wie ein Wohnzimmer“.

Dass der Raum keine störenden Stützen hat, war ihr wichtig, damit alles für verschiedene Zwecke umstellbar ist. Gerade einmal 550 000 Euro hat der 220 Quadratmeter große, 25 Meter breite Neubau gekostet, der im Mai 2011 eingeweiht wurde. Den stellvertretenden Schulleiter Norbert Wisniewski freut, dass die Mensa „architektonisch und schultechnisch funktioniert“. Den Schülern war seinerzeit die Planung vorgestellt worden und sie hätten eigene Ideen einbringen können – „aber die waren einhellig der Meinung, das sei gut so“.